Aktivisten erzählen: Durchbruch an der hmt Rostock

In den vergangenen Monaten ist in Mecklenburg-Vorpommern endlich Bewegung in die jahrelang festgefahrene Situation der Lehrbeauftragten gekommen. Karola Theill und Rico Gatzke vertreten die Lehrbeauftragten an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Für Hochschullan(D) ziehen sie eine vorläufige Bilanz:

Nachdem die Lehrbeauftragten-Vertreter an der Hochschule für Musik und Theater Rostock (hmt) mit dem Rektorat und Vertretern des Landesministeriums in Schwerin jahrelang über eine Verbesserung der Bedingungen für die Lehrbeauftragten gesprochen hatten, gipfelte dieser Druck in dem bundesweiten Aktionstag im November 2014. Zahlreiche KollegInnen (auch Nicht-Lehrbeauftragte), viele StudentInnen und Vertreter der GEW und der DOV waren trotz Bahnstreiks nach Schwerin gekommen.

Demonstration von Lehrbeauftragten im November 2014 in Schwerin

Protest mit Folgen: in Schwerin fodern Lehr- beauftragte im November 2014 höhere Honorare und bessere soziale Absicherung c: DOV

Mathias Brodkorb, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, versprach „Verbesserungen für die Lehrbeauftragten“, und das auf Nachfrage für „sehr bald“.

Wir haben es der hartnäckigen und intelligenten Verhandlungstaktik unserer Rektorin Dr. Susanne Winnacker zu verdanken, dass der neue Hochschulentwicklungsplan der hmt Rostock nach jahrzehntelangem Stillstand neue Stellen und höhere Honorare für die Lehrbeauftragten vorsieht.

Das Rektorat der hmt erfüllt darüber hinaus die Forderungen der Frankfurter Resolution, denn diese neuen (auch Teilzeit-) Stellen sind nur für die bewährten Lehrbeauftragten im eigenen Haus ausgeschrieben. Die Honorarerhöhung sieht vor, dass alle Lehrbeauftragten, außer den studentischen, dasselbe Honorar bekommen, da aus unserer Sicht eine sinnvolle Abstufung nicht möglich ist.

Am 6. Mai 2016 gab das Bildungsministerium eine Pressemitteilung heraus, in der höhere Honorare für Lehrbeauftragte angekündigt wurden (25 / 50/ 75 Euro). Erwähnt wurde jedoch nicht, dass dies nur möglich ist, wenn den Hochschulen und Universitäten auch entsprechende Gelder zur Verfügung gestellt werden. Die hmt bekommt 200.000 Euro mehr pro Jahr für ca. 229 Lehrbeauftragte. Davon können diese höheren Honorare nicht gezahlt werden. Die hmt nimmt daher das Geld auch aus anderen Töpfen, um das einheitliche Honorar von 40 Euro für alle ab dem Sommersemester 2016 zu ermöglichen.

Wir Lehrbeauftragten-Vertreter begrüßen diese Entscheidungen sehr und hoffen, dass sie eine Signalwirkung auf die Musikhochschulen in anderen Bundesländern haben werden.

Lehrbeauftragte Carola Theil am 5. November 2014 in Schwerin

Engagiert: Karola Theill spricht auf der Kundgebung in Schwerin c: DOV

Über Hochschulland D

Hochschulland D ist ein Blog der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) zur Unterstützung der politischen Anliegen und Aktionen von Lehrbeauftragten an Musikhochschulen und von Sprachlehrbeauftragten an Hochschulen. Wir kooperieren mit der bklm.
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