Lehrbeauftragte in Bayern kämpfen gemeinsam für bessere Bezahlung

Auch der Bayerische Rundfunk berichtet über den geplanten Streik der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen. Allerdings mit einem etwas anderen Zungenschlag: Bei der gängigen Praxis hätten die Lehrbeauftragten mitgemacht. Die Schieflage hätte sich im beiderseitigen Einvernehmen entwickelt. Eine etwas fragwürdige Einschätzung angesichts des Einflusses von Einzelnen auf die Honorargestaltung der Hochschulen.

Umso wichtiger ist es, dass sich noch mehr Lehrbeauftragte zusammenschließen und organisieren: in der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochhschulen (bklm) und in der DOV. Je mehr Kolleginnen und Kollegen sich anschließen, desto wirkungsvoller können wir ihre Interessen vertreten und Honorarerhöhungen durchsetzen.

Den Beitrag des Bayerischen Rundfunks können Sie hier lesen.

Informationen über das Engagement der DOV für die Lehrbeauftragten finden Sie hier.

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Lehrbeauftragte an bayerischen Musikhochschulen streiken zwei Wochen im November

Ab Mitte November wollen die Lehrbeauftragten an Musikhochschulen für zwei Wochen in ganz Bayern streiken. Die Existenz vieler Lehrbeauftragter sei bedroht, weil die Universitätsverwaltungen prüfen, ob arbeitsrechtliche Vorschriften eingehalten werden, heißt es in der Süddeutschen Zeitung. „Zum Auftakt ziehen sie alle am 13. November von der Arcisstraße vor den Landtag, um zu demonstrieren – nicht mit Trillerpfeifen, sondern mit ihren Instrumenten, gleichsam als protestierendes Orchester. Dann wollen sie streiken“, schreibt Jacob Wetzel.

Bereits am 6. November 2014 machten Betroffene in München am Bundesweiten Aktionstag der Lehrbeauftragten auf ihre schwierige soziale Lage aufmerksam

Laut Gesetz müssen Lehraufträge nur Nebenjob sein. Konkret bedeutet das: Ein Lehrbeauftragter darf maximal neun Stunden pro Woche unterrichten. Allerdings ist mehr als die Hälfte der 900 Musik-Lehrbeauftragten in Bayern einer Umfrage zufolge existenziell von den Lehraufträgen abhängig. Laut Süddeutscher erfassen die Hochschulen auch, ob ihre Dozenten an weiteren Hochschulen tätig sind und damit die zulässige Stundenzahl überschreiten.

Ulrike Höfer, Sprecherin der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen, mit der die Deutsche Orchestervereinigung kooperiert, wandte sich mit Schreiben an den Rechnungshof und an Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU): Es sei richtig, darauf zu achten, dass die Vorschriften eingehalten werden. Doch leider achteten die Hochschulen zu spät darauf. Der Staat habe lange toleriert und davon profitiert, dass Lehrbeauftragte über Gebühr beschäftigt wurden. Regierung und Hochschulen trügen eine soziale Verantwortung für die Dozenten.

 

Den Artikel der Süddeutschen Zeitung können Sie hier nachlesen.

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DOV beschließt Honorarmindeststandards für Vokalsolisten 2017

Die DOV-Arbeitsgruppe Vokalsolisten und freie Orchestermusiker hat für die solistische Mitwirkung freiberuflicher Sängerinnen und Sänger bei öffentlich geförderten oder vermittelten Kulturprojekten bzw. Veranstaltern finanzielle Mindeststandards festgelegt. Nach den Festlegungen höherer Mindesthonorare für Aushilfen in Orchestern und fairen Honorare für Orchesterprojekte sind die neuen Mindeststandards für Vokalisten die dritte Initiative der DOV, um die Bezahlung freischaffender Musiker zu verbessern.

Die Honorarmindeststandards für Vokalsolisten gelten ab sofort und sollen von öffentlichen Auftraggebern eingehalten werden.

  • Probensatz: 140 Euro
  • Tages- / Aufführungssatz (mehrtägiges Projekt): 280 Euro
  • Tages- / Aufführungssatz (eintägiges Projekt): 420 Euro
  • Reisekosten sind gemäß Bundesreisekostengesetz zu erstatten.

DOV – Starkes Engagement braucht viele Mitglieder!

Alle Honorarsätze sind lediglich Mindeststandards, die nicht unterschritten werden sollen. Im Einzelfall können höhere Honorare einschlägig sein. Wie bei den Mindeststandards im Orchesterbereich muss es eine regelmäßige Dynamisierung geben, angelehnt an die Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst.

Probensatz:

Probendauer bis zu drei Stunden, mindestens 20 Minuten Pause. Liegen zwischen Wohn- und Spielort mehr als 200 Kilometer, wird ein Tagessatz fällig.

Tages- / Aufführungssatz:

  • zwei Proben von bis zu drei Stunden mit jeweils einer Pause von mindestens 20 Minuten. Zwischen den Proben mindestens eine Stunde Pause oder
  • eine Probe von bis zu drei Stunden mit einer Pause von mindestens 20 Minuten und eine Aufführung. Zwischen Probe und Aufführung 1,5 Stunden Pause, mindestens jedoch eine Stunde oder
  • eine Anspielprobe von maximal einer Stunde und eine Aufführung. Zwischen Probe und Aufführung mindestens eine Stunde Pause oder
  • eine Aufführung

Angemessene Aufschläge (zum Beispiel ein Probensatz) für Sonderleistungen wie besonders schwierige Werke, große Solopartien, für besondere Kleidungsanfragen / Maske / Requisite.

Ton- und / oder Bildaufnahmen sind schriftlich zu vereinbaren. Mediale Verwertungen jeglicher Art sind gesondert zu honorieren.

Die Honorarmindeststandards Vokalsolisten 2017 können Sie als PDF herunterladen.

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Honorarlehrkräfte demonstrieren am 5. Oktober, dem UNESCO-Weltlehrertag, in Berlin vor dem Brandenburger Tor

Mit Wasser und Brot werden sie an Tischen vor dem Brandenburger Tor auf ihre Lage aufmerksam machen. Die Honorarlehrkräfte in Berlin demonstrieren am 5. Oktober wieder gegen ihre schlechte Bezahlung und mangelnde soziale Absicherung. Zu den Honorarlehrkräften gehören Lehrbeauftragte an Hochschulen, Musikhochschulen und Universitäten sowie nicht festangestellte Lehrer an Musikschulen und Volkshochschulen im Land Berlin. Auch angestellte Lehrerinnen und Lehrer in befristeten oder schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen sind zur Beteiligung aufgerufen. Die Initiative Koordination der Berliner Honorarlehrkräfte wird von den Gewerkschaften DOV, GEW Berlin und ver.di unterstützt. Zu der Aktion kann jeder Becher, Gläser, Wasser und Brot mitbringen. Geplant sind auch Unterhaltung und Musik für das Publikum am Brandenburger Tor.

Lehrbeauftragte beim Bundesweiten Aktionstag im November 2014 vor der Senatswissenschaftsverwaltung in Berlin c Christian von Polentz / transitfoto.de

 

Die UNESCO hat den 5. Oktober 1994 zum Welttag der Lehrerin und des Lehrers ausgerufen. Er erinnert an die ILO/UNESCO-Empfehlung über die Stellung der Lehrer und ihre bedeutende Rolle für qualitativ hochwertige Bildung.

Seit Jahren machen Honorarlehrer auf ihre prekäre Lage aufmerksam. Ein Höhepunkt war der Bundesweiter Aktionstag der Lehrbeauftragten im November 2014. Damals initiierten die Lehrbeauftragten an Berliner Musikhochschulen und anderen Hochschulen Aktionen in über 20 Städten, auch vor der Senatswissenschaftsverwaltung in Berlin. Der Bundesweite Aktionstag fand bundesweit Echo in allen Medien. Seitdem haben viele Gespräche mit den verantwortlichen Politikern in den Ländern stattgefunden. Erste Verbesserungen konnten erreicht werden, zum Beispiel in NRW.

Die DOV ist neben ver.di auch Tarifpartner des Landes Berlin für die Berliner Musikschullehrerinnen und -lehrer. Ziel der Verhandlungen sind substantielle Verbesserungen beim Entgelt und mehr Festanstellungen. Viele DOV-Mitglieder sind an Musikhochschulen und Musikschulen als Lehrbeauftragte oder Honorarkräfte tätig.

Die Koordination der Berliner Honorarlehrkräfte ist eine unabhängige Initiative, die Dozentinnen und Dozenten aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen versammelt. Sie vertritt gemeinsame Anliegen gegenüber der Politik und arbeitet mit Gewerkschaften zusammen.

 

Den Aufruf zur Demonstration am 5. Oktober können Sie hier herunterladen.

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Hochschulpolitik gehört zum Bundestagswahlkampf!

 

Gehen seit Jahren auf die Straße: Lehrbeauftragte wie hier in Berlin fordern faire Bezahlung und feste Stellen   c: Christian von Polentz/transitfoto.de

Über Bildung wird im Bundestagswahlkampf gestritten, über Kitas, Schulen und Weiterbildung. Doch die Nöte der Hochschulen und der Studierenden spielen kaum eine Rolle. Dabei gäbe es Themen genug, findet Peter Grottian, Hochschullehrer für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin a. D. und Mitinitiator des studentischen Bildungsstreiks 2009. Er fordert eine öffentliche Debatte über Hochschulpolitik. In einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung macht er dazu vier Vorschläge. Unter anderem schreibt er über Lehrbeauftragte:

„90.000 Lehrbeauftragte, also Honorarkräfte, die nicht angestellt sind, arbeiten an deutschen Universitäten, viele für drei Euro die Stunde. Bis zum Sommer 2018 sollte ein Bundesnotprogramm für die Lehrbeauftragten beschlossen werden. Die Vergütungen sollen verdoppelt und vom Bund zu 100 Prozent als Feuerwehr-Aufgabe übernommen werden. Das Vergütungssystem für Lehrbeauftragte soll im Sinne eines Teilzeitprogramms tarifvertraglich ausgestaltet werden. Man muss von zwei Lehraufträgen bescheiden leben können.“

Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

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Forderungen der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen an die Parteien zur Bundestagswahl


Im Vorfeld der Bundestagswahl hat die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) die Parteien aufgefordert, sich nachhaltig für die Verbesserung der Situation der Lehrbeauftragten einzusetzen. Die bklm schickte einen Katalog an die hochschulpolitischen Sprecher der Parteien im Bundestag und an die FDP. Darin fordert sie mehr feste Stellen, die Anpassung ihrer Honorare an die Bezüge von Angestellten im öffentlichen Dienst und eine soziale Absicherung, die auch im Alter greift. Die Deutsche Orchestervereinigung unterstützt die berechtigten Anliegen der Lehrbeauftragten.

Die Situation der Lehrbeauftragten an deutschen Hochschulen ist prekär. Besonders betroffen sind Lehrbeauftragte an Musikhochschulen. Auf Honorarbasis erteilen sie 40 bis 60 Prozent des Unterrichts, erhalten dafür aber nur gut ein Drittel der Vergütung fest angestellter Dozentinnen und Dozenten.

Hier gehts zum Forderungskatalog auf der Homepage der bklm.

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Göttinger Lehrbeauftragte machen mobil

 

In Göttingen gibt es eine Initiative, die sich gemeinsam mit Gewerkschaften für eine Verbesserung der Situation der Lehrbeauftragten an der Georg-August-Universität einsetzt.

In einer Petition an das Präsidium und die Entscheidungsträger der Uni fordern die Aktiven:

  • kurzfristig eine angemessene Vergütung: ein Basishonorar zzgl. Entgelt für Arbeitsstunden außerhalb des Unterrichts in Anlehnung an TV-L 13
  • Vertretung durch den Personalrat und Mitbestimmung in den Hochschulgremien
  • mittelfristig die Umwandlung von dauerhaften Lehraufträgen in feste Dauerarbeitsstellen

Mit einer Aktion machten die Lehrbeauftragten am 24. Mai öffentlich auf ihre Forderungen aufmerksam. Ein Gespräch mit Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel war ebenfalls geplant.

Weitere Informationen können Sie in zwei Artikeln der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) finden:
Bezahlung von Unipersonal: Karger Lohn für Lehrbeauftragte an Uni Göttingen vom 23.05.2017
Protest- und Unterschriftenaktion: Geringe Bezahlung: Lehrbeauftragte in Rot und Grün vor der Uni-Verwaltung vom 24.05.2017

Hier können Sie die Petition zeichnen.

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