Zwischen Mozart und Hartz IV

In einem bemerkenswerten Artikel hat die Journalistin Louisa Knobloch das politische Dilemma der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen beschrieben. Für ihren Beitrag in der Mittelbayerischen Zeitung interviewte sie auch den Vorsitzenden der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) Arvid Ong. Knobloch greift Beispiele vor allem aus Bayern auf. Die machen deutlich, dass Lehrbeauftragte mit ihren Forderungen nach sozialer Absicherung und besserer Bezahlung nach wie vor zwischen Politik und Hochschulen stehen: Die Politik stellt die Mittel für die Hochschulen bereit. Diese können jedoch autonom über ihre Haushalte entscheiden. „Es ist ein Ping-Pong-Spiel“, sagt Ong, der als Lehrbeauftragter an den Musikhochschulen in Detmold und Hannover sowie an der Jugendmusikschule Hamburg unterrichtet.

Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

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Deutsche Orchestervereinigung begrüßt Dresdner Erklärung der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen

Die Deutsche Orchestervereinigung begrüßt die Dresdner Erklärung der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen. Darin fordern die Lehrbeauftragten eine soziale Absicherung aller Lehrkräfte, die auf Honorarbasis arbeiten. Zudem verlangen sie eine zeitnahe Anpassung ihrer Bezüge an das Gehaltsniveau von Festangestellten in vergleichbaren Positionen. Die Erklärung wurde am 23. Oktober auf der 7. Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) in Dresden verabschiedet. Die bklm ist ein Zusammenschluss der Vertreter von Lehrbeauftragten aller 24 Musikhochschulen in Deutschland.

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Die Deutsche Orchestervereinigung setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen und faire Entlohnung ein. DOV-Vertreter führen zum Beispiel politische Gespräche auf Landes- und Bundesebene. Dabei arbeiten sie eng mit der bklm zusammen.

Inzwischen erteilen Lehrbeauftragte zwischen 40 und 60 Prozent des Unterrichts an Musikhochschulen. „Anders als bei festangestellten Dozenten wurde die Vergütung der Lehraufträge in den vergangenen Jahrzehnten nur teilweise an die allgemeine Lohnentwicklung angeglichen“, heißt es in der Erklärung. Momentan erhalten sie zwischen 22 und 44 Prozent der Bezüge von Festangestellten. Damit ist eine adäquate soziale Absicherung nicht möglich. Vielen langjährigen Lehrbeauftragten droht deshalb Altersarmut.

Die Dresdner Erklärung der bklm können Sie hier herunterladen.

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SPD-Bildungsexpertin fordert bessere Bezahlung von Lehrbeauftragten: Aufnahme in Bundestagswahlprogramm

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Im April wurde das Wissenschaftszeitvertragsgesetz novelliert. Ebenfalls in diesem Jahr beschlossen Bund und Länder den Pakt für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Von beiden Regelungen profitieren die ca. 100.000 Lehrbeauftragten an Hochschulen nicht, weil sie auf Honorarbasis arbeiten und keinen Vertrag mit der Hochschule haben.

SPD-Bildungsexpertin Simone Raatz fordert nun: „Entweder erhalten diese Leute ordentliche Verträge, oder man zahlt ihnen Stundensätze, die vergleichbar mit denen von Festangestellten sind. Nur so können sie von ihrem Beruf leben.“ Im Interview mit der SPD-Parteizeitung Vorwärts sagte Raatz, sie wolle noch in dieser Legislaturperiode ein Bekenntnis ihrer Partei, dass sie sich für die Verbesserung der Situation der Lehrbeauftragten einsetzt: „Die Forderung nach einer Erhöhung der Grundfinanzierung wird in das SPD-Programm für die Bundestagswahl einfließen und dann in der kommenden Legislaturperiode ein wichtiges Vorhaben, was es umzusetzen gilt.“

Die Deutsche Orchestervereinigung begrüßt das Vorhaben, das dringend notwendig und seit Jahren überfällig ist.

Zum Artikel gehts hier.

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Gefangen in schwieriger Struktur: Lehrbeauftragte an Bayerns Musikhochschulen

Tisch mit Fotos

Schluß mit der leeren Lehre!

Die prekäre Situation vieler Lehrbeauftragter ist ein strukturelles Problem. Diese Ansicht vertritt der Vizepräsident der Münchner Hochschule für Musik und Theater Christoph Adt in einem bemerkenswerten Artikel, der vor kurzem in der Süddeutschen Zeitung erschien. Aufgrund seiner Position kennt er die Verhältnisse in Bayern ziemlich genau. „Die Situation fast aller Lehrbeauftragten ist prekär“, sagt Adt.

Deshalb fordert er vom Freistaat Geld für mehr feste Stellen. „Wir beantragen das immer wieder, kommen damit aber nicht durch“, sagt er in dem Artikel vom 6. Oktober, der online leider nicht verfügbar ist. An bayerischen Hochschulen sind laut Süddeutscher Zeitung knapp 10.000 Lehrbeauftragte tätig, davon etwa 600 an den staatlichen Musikhochschulen in Würzburg, Nürnberg und München. Diese Musiker seien hochqualifiziert, aber schlecht bezahlt. Sie hätten keine Sicherheiten, vielen drohe Altersarmut. Adt zufolge ist das Problem eine Strukturfrage, und die Staatsregierung habe nicht die Absicht daran zu rütteln. Dazu der Lehrbeauftragte Hermann Eckhardt pointiert: „Der Staat weigert sich, zur Kenntnis zu nehmen, was hier geschieht. Er bedient sich einer Praxis, die er bei jedem Privatunternehmen längst unterbinden würde.“

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Gewerkschaftlicher Aktionsausschuss gegen prekäre Beschäftigung

Der gewerkschaftliche Aktionsausschuss Keine prekäre Arbeit und tariffreie Bereiche im Verantwortungsbereich des Landes Berlin! wird auf seiner Homepage immer aktiver. Inzwischen können zahlreiche Dokumente heruntergeladen und die Aktivitäten seit seiner Gründung am 5. November 2015 verfolgt werden. Auch die Deutsche Orchestervereinigung und einzelne Mitglieder engagieren sich in dem Bündnis von freien Mitarbeitern und Institutionen.

Flyer_prekär und tariffrei_nicht mit uns_Deckblatt

„Wir sind die VHS-Dozentin, der Lehrer an der Musikschule, der Therapeut und die Servicebeschäftigte bei Vivantes, …die freie Musikerin im Orchester… Wir haben alle gemeinsam, dass wir mit unseren Gewerkschaften ver.di, GEW und DOV für gute Tarifabschlüsse kämpfen“, heißt es im Flyer Prekär und tariffrei – Nicht mit uns!

Der gewerkschaftliche Aktionsausschuss soll dazu beitragen,

  • dass überall, wo es Formen prekärer und tariffreier Arbeit gibt, gewerkschaftliche Strukturen entstehen können bzw. gestärkt werden,
  • dass ein regelmäßiger Austausch von Informationen über die verschiedenen Aktivitäten gegen ungesicherte und tariflose Arbeitsverhältnisse stattfindet,
  • dass eine gegenseitige Unterstützung solidarischer gewerkschaftlicher Aktionen organisiert wird,
  • dass Kampagnen in Richtung der politischen Parteien, ihrer Mandatsträger und Parteitagsdelegierten stattfinden,
  • dass die Abgeordnetenhaus-Wahl genutzt wird, um unsere Forderungen zum Thema zu machen,
  • dass Veranstaltungen und Delegationen (zum Beispiel zu den Abgeordnetenhaus-Fraktionen) geplant werden, um die Vertreter der Parteien mit den Positionen der Kolleginnen und Kollegen und ihrer Gewerkschaften zu konfrontieren.

Die Internetseite des Ausschusses können Sie hier aufrufen.

 

 

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Aktivisten erzählen: Durchbruch an der hmt Rostock

In den vergangenen Monaten ist in Mecklenburg-Vorpommern endlich Bewegung in die jahrelang festgefahrene Situation der Lehrbeauftragten gekommen. Karola Theill und Rico Gatzke vertreten die Lehrbeauftragten an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Für Hochschullan(D) ziehen sie eine vorläufige Bilanz:

Nachdem die Lehrbeauftragten-Vertreter an der Hochschule für Musik und Theater Rostock (hmt) mit dem Rektorat und Vertretern des Landesministeriums in Schwerin jahrelang über eine Verbesserung der Bedingungen für die Lehrbeauftragten gesprochen hatten, gipfelte dieser Druck in dem bundesweiten Aktionstag im November 2014. Zahlreiche KollegInnen (auch Nicht-Lehrbeauftragte), viele StudentInnen und Vertreter der GEW und der DOV waren trotz Bahnstreiks nach Schwerin gekommen.

Demonstration von Lehrbeauftragten im November 2014 in Schwerin

Protest mit Folgen: in Schwerin fodern Lehr- beauftragte im November 2014 höhere Honorare und bessere soziale Absicherung c: DOV

Mathias Brodkorb, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, versprach „Verbesserungen für die Lehrbeauftragten“, und das auf Nachfrage für „sehr bald“.

Wir haben es der hartnäckigen und intelligenten Verhandlungstaktik unserer Rektorin Dr. Susanne Winnacker zu verdanken, dass der neue Hochschulentwicklungsplan der hmt Rostock nach jahrzehntelangem Stillstand neue Stellen und höhere Honorare für die Lehrbeauftragten vorsieht.

Das Rektorat der hmt erfüllt darüber hinaus die Forderungen der Frankfurter Resolution, denn diese neuen (auch Teilzeit-) Stellen sind nur für die bewährten Lehrbeauftragten im eigenen Haus ausgeschrieben. Die Honorarerhöhung sieht vor, dass alle Lehrbeauftragten, außer den studentischen, dasselbe Honorar bekommen, da aus unserer Sicht eine sinnvolle Abstufung nicht möglich ist.

Am 6. Mai 2016 gab das Bildungsministerium eine Pressemitteilung heraus, in der höhere Honorare für Lehrbeauftragte angekündigt wurden (25 / 50/ 75 Euro). Erwähnt wurde jedoch nicht, dass dies nur möglich ist, wenn den Hochschulen und Universitäten auch entsprechende Gelder zur Verfügung gestellt werden. Die hmt bekommt 200.000 Euro mehr pro Jahr für ca. 229 Lehrbeauftragte. Davon können diese höheren Honorare nicht gezahlt werden. Die hmt nimmt daher das Geld auch aus anderen Töpfen, um das einheitliche Honorar von 40 Euro für alle ab dem Sommersemester 2016 zu ermöglichen.

Wir Lehrbeauftragten-Vertreter begrüßen diese Entscheidungen sehr und hoffen, dass sie eine Signalwirkung auf die Musikhochschulen in anderen Bundesländern haben werden.

Lehrbeauftragte Carola Theil am 5. November 2014 in Schwerin

Engagiert: Karola Theill spricht auf der Kundgebung in Schwerin c: DOV

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Bayerischer Landtag: Ausschuss für Wissenschaft und Kunst behandelt prekäre Beschäftigungsverhältnisse an Hochschulen

Im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst hat am 13. April eine Aussprache über den schriftlichen Bericht des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst zum Thema Prekäre Situation der Lehrbeauftragten an bayerischen Hochschulen stattgefunden. Die Abgeordneten bemängeln vor allem die Situation der Lehrbeauftragten. Sie verdienen deutlich weniger als ihre fest angestellten Kollegen, sind nicht sozialversichert und haben keine Mitbestimmungsrechte. Nach einem Bericht des Wissenschaftsministeriums gibt es an fast jeder Hochschule Bereiche, in denen Lehrbeauftragte inzwischen mehr als 40 Prozent des Lehrbetriebs stemmen. SPD und Grüne wollen die Misere politisch angehen, doch die CSU setzt weiterhin auf die Autonomie der Hochschulen.

Konkrete Ergebnisse kann der Ausschuss nicht vorweisen. „…mehr als ein vages Versprechen des Ministeriumsvertreters, mit dem nächsten Haushalt zu versuchen, die Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter an den Unis zu verbessern, kam am Ende nicht heraus“, resümiert Angelika Kahl in der Bayerischen Staatszeitung.

Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

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