Gewerkschaftlicher Aktionsausschuss gegen prekäre Beschäftigung

Der gewerkschaftliche Aktionsausschuss Keine prekäre Arbeit und tariffreie Bereiche im Verantwortungsbereich des Landes Berlin! wird auf seiner Homepage immer aktiver. Inzwischen können zahlreiche Dokumente heruntergeladen und die Aktivitäten seit seiner Gründung am 5. November 2015 verfolgt werden. Auch die Deutsche Orchestervereinigung und einzelne Mitglieder engagieren sich in dem Bündnis von freien Mitarbeitern und Institutionen.

Flyer_prekär und tariffrei_nicht mit uns_Deckblatt

„Wir sind die VHS-Dozentin, der Lehrer an der Musikschule, der Therapeut und die Servicebeschäftigte bei Vivantes, …die freie Musikerin im Orchester… Wir haben alle gemeinsam, dass wir mit unseren Gewerkschaften ver.di, GEW und DOV für gute Tarifabschlüsse kämpfen“, heißt es im Flyer Prekär und tariffrei – Nicht mit uns!

Der gewerkschaftliche Aktionsausschuss soll dazu beitragen,

  • dass überall, wo es Formen prekärer und tariffreier Arbeit gibt, gewerkschaftliche Strukturen entstehen können bzw. gestärkt werden,
  • dass ein regelmäßiger Austausch von Informationen über die verschiedenen Aktivitäten gegen ungesicherte und tariflose Arbeitsverhältnisse stattfindet,
  • dass eine gegenseitige Unterstützung solidarischer gewerkschaftlicher Aktionen organisiert wird,
  • dass Kampagnen in Richtung der politischen Parteien, ihrer Mandatsträger und Parteitagsdelegierten stattfinden,
  • dass die Abgeordnetenhaus-Wahl genutzt wird, um unsere Forderungen zum Thema zu machen,
  • dass Veranstaltungen und Delegationen (zum Beispiel zu den Abgeordnetenhaus-Fraktionen) geplant werden, um die Vertreter der Parteien mit den Positionen der Kolleginnen und Kollegen und ihrer Gewerkschaften zu konfrontieren.

Die Internetseite des Ausschusses können Sie hier aufrufen.

 

 

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Aktivisten erzählen: Durchbruch an der hmt Rostock

In den vergangenen Monaten ist in Mecklenburg-Vorpommern endlich Bewegung in die jahrelang festgefahrene Situation der Lehrbeauftragten gekommen. Karola Theill und Rico Gatzke vertreten die Lehrbeauftragten an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Für Hochschullan(D) ziehen sie eine vorläufige Bilanz:

Nachdem die Lehrbeauftragten-Vertreter an der Hochschule für Musik und Theater Rostock (hmt) mit dem Rektorat und Vertretern des Landesministeriums in Schwerin jahrelang über eine Verbesserung der Bedingungen für die Lehrbeauftragten gesprochen hatten, gipfelte dieser Druck in dem bundesweiten Aktionstag im November 2014. Zahlreiche KollegInnen (auch Nicht-Lehrbeauftragte), viele StudentInnen und Vertreter der GEW und der DOV waren trotz Bahnstreiks nach Schwerin gekommen.

Demonstration von Lehrbeauftragten im November 2014 in Schwerin

Protest mit Folgen: in Schwerin fodern Lehr- beauftragte im November 2014 höhere Honorare und bessere soziale Absicherung c: DOV

Mathias Brodkorb, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, versprach „Verbesserungen für die Lehrbeauftragten“, und das auf Nachfrage für „sehr bald“.

Wir haben es der hartnäckigen und intelligenten Verhandlungstaktik unserer Rektorin Dr. Susanne Winnacker zu verdanken, dass der neue Hochschulentwicklungsplan der hmt Rostock nach jahrzehntelangem Stillstand neue Stellen und höhere Honorare für die Lehrbeauftragten vorsieht.

Das Rektorat der hmt erfüllt darüber hinaus die Forderungen der Frankfurter Resolution, denn diese neuen (auch Teilzeit-) Stellen sind nur für die bewährten Lehrbeauftragten im eigenen Haus ausgeschrieben. Die Honorarerhöhung sieht vor, dass alle Lehrbeauftragten, außer den studentischen, dasselbe Honorar bekommen, da aus unserer Sicht eine sinnvolle Abstufung nicht möglich ist.

Am 6. Mai 2016 gab das Bildungsministerium eine Pressemitteilung heraus, in der höhere Honorare für Lehrbeauftragte angekündigt wurden (25 / 50/ 75 Euro). Erwähnt wurde jedoch nicht, dass dies nur möglich ist, wenn den Hochschulen und Universitäten auch entsprechende Gelder zur Verfügung gestellt werden. Die hmt bekommt 200.000 Euro mehr pro Jahr für ca. 229 Lehrbeauftragte. Davon können diese höheren Honorare nicht gezahlt werden. Die hmt nimmt daher das Geld auch aus anderen Töpfen, um das einheitliche Honorar von 40 Euro für alle ab dem Sommersemester 2016 zu ermöglichen.

Wir Lehrbeauftragten-Vertreter begrüßen diese Entscheidungen sehr und hoffen, dass sie eine Signalwirkung auf die Musikhochschulen in anderen Bundesländern haben werden.

Lehrbeauftragte Carola Theil am 5. November 2014 in Schwerin

Engagiert: Karola Theill spricht auf der Kundgebung in Schwerin c: DOV

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Bayerischer Landtag: Ausschuss für Wissenschaft und Kunst behandelt prekäre Beschäftigungsverhältnisse an Hochschulen

Im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst hat am 13. April eine Aussprache über den schriftlichen Bericht des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst zum Thema Prekäre Situation der Lehrbeauftragten an bayerischen Hochschulen stattgefunden. Die Abgeordneten bemängeln vor allem die Situation der Lehrbeauftragten. Sie verdienen deutlich weniger als ihre fest angestellten Kollegen, sind nicht sozialversichert und haben keine Mitbestimmungsrechte. Nach einem Bericht des Wissenschaftsministeriums gibt es an fast jeder Hochschule Bereiche, in denen Lehrbeauftragte inzwischen mehr als 40 Prozent des Lehrbetriebs stemmen. SPD und Grüne wollen die Misere politisch angehen, doch die CSU setzt weiterhin auf die Autonomie der Hochschulen.

Konkrete Ergebnisse kann der Ausschuss nicht vorweisen. „…mehr als ein vages Versprechen des Ministeriumsvertreters, mit dem nächsten Haushalt zu versuchen, die Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter an den Unis zu verbessern, kam am Ende nicht heraus“, resümiert Angelika Kahl in der Bayerischen Staatszeitung.

Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

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DOV: Aktiv für Interessen der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen

In vielen Bundesländern hat sich das Engagement der DOV für die Lehrbeauftragten an den Musikhochschulen schon ausgezahlt. Dort wurden die Vergütungssätze bereits deutlich erhöht – was nicht bedeutet, dass die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen damit nun angemessen honoriert wäre. Noch immer liegen die Honorarsätze für Lehraufträge gegenüber der Bezahlung von festangestellten Professoren- oder Mittelbaustellen weit zurück.

DOV - Starkes Engagement braucht viele Mitglieder!

DOV – Starkes Engagement braucht viele Mitglieder!

Zusammen mit Vertretern der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (BKLM), mit Lehrbeauftragten-Sprechern der jeweiligen Hochschulen und den gewählten DOV-Delegierten der Lehrbeauftragten führt die DOV Gespräche mit Hochschul-Rektoren, Politikern und Abgeordneten auf Länder- und Bundesebene. Der stete Tropfen höhlt den Stein, heißt es.

Martin Majewski aus der DOV-Geschäftsstelle in Berlin bleibt gemeinsam mit den von den Lehrbeauftragten-Mitgliedern gewählten Delegierten der LB’s dran an den drängenden Fragen. Wenn noch mehr Lehrbeauftragte sich in der DOV mit einer DOV-Mitgliedschaft engagieren, können wir „lauter“ werden.

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Auch in M-V: Mehr Geld für Lehrbeauftragte an Hochschulen

Mecklenburg-Vorpommerns Wissenschaftsminister Mathias Brodkorb setzt sich dafür ein, dass Lehrbeauftragte an den Hochschulen in M-V künftig ein höheres Honorar erhalten können.  Diese Zusage hatte er schon am Aktionstag der Lehrbeauftragten am 6. November 2014 vor seinem Ministerium in Schwerin gegenüber den Demonstranten aus der Rostocker Musikhochschule und DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens abgegeben.

Nach den Plänen sollen die künftigen Höchstsätze für Lehrbeauftragte an Hochschulen deutlich angehoben werden. Die Richtlinie über die Vergabe von Lehraufträgen befindet sich derzeit in der Anhörung. Es tut sich also was. Die Aktionen der DOV und der Lehrbeauftragten haben sich gelohnt! Warten wir nun die konkreten Ergebnisse ab.

Hier geht’s zur vollständigen PM des Minsteriums.

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Deutscher Musikrat: Unterstützung für Lehrbeauftragte an Musikhochschulen

Die Bemühungen der DOV, die Lage der Lehrbeauftragten auch im Deutschen Musikrat zu thematisieren, haben sich gelohnt. Musikrats-Vizepräsident Hartmut Karmeier, vormaliger Vorsitzender der DOV, hatte sich auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Bundesfachausschusses „Musikberufe“ nachhaltig dafür eingesetzt, eine breite Unterstützung für die berechtigten Belange der Lehrbeauftragten zu gewinnen.

LogoDMR

Das aktuelle Memorandum des Musikrats bündelt wesentliche Forderungen, mit dem Ziel die Situation der Lehrbeauftragten für künstlerische und künstlerisch-pädagogische Lehrfächer in Deutschland nachhaltig zu verbessern.

Das Memorandum im Wortlaut:

Memorandum zur Situation der Lehrbeauftragten an den künstlerischen Hochschulen in Deutschland

16. Dezember 2015

Die Lehre an den Musikhochschulen einschließlich der künstlerischen Fächer an den anderen Hochschulen in Deutschland wird seit Jahren in zunehmendem Maße von Lehrbeauftragten abgedeckt. Die Lehrbeauftragten tragen mit ihrer Arbeit wesentlich zur Profilbildung einer Musikhochschule bei, ohne in die dafür vorgesehenen Strukturen mit eingebunden zu sein. Eine Einbindung in die konzeptionelle Weiterentwicklung und in die organisatorische Hochschularbeit verbieten zahlreiche Hochschulgesetze. Die Finanzierung dieser Tätigkeit ist ebenfalls nicht vorgesehen. Zudem hat sich die soziale Lage der Lehrbeauftragten wesentlich verschlechtert, da sie keine soziale Absicherung erfahren, die Honorarsätze sich bundesweit hinsichtlich der Qualifikation in einer unangemessenen niedrigen Bandbreite bewegen und die Beauftragung Semesterweise erfolgt. Mit dieser desaströsen Situation sind die Qualität und die Kontinuität der Lehre an den Hochschulen gefährdet.

Deshalb fordern wir:

1) Die Pflichtangebote der künstlerischen   und künstlerisch-pädagogischen Lehrfächer müssen grundsätzlich durch hauptamtliche Lehrende abgedeckt werden. Nur die Zusatzangebote oder die zeitlich befristete Versorgung von fehlenden Kapazitäten sollen durch Lehrbeauftragte übernommen werden.

2) Die Honorierung muss vergleichbar der der hauptamtlichen Lehrkräfte erfolgen. Dazu gehört vor allem auch die Dynamisierung in Anlehnung an die Einkommensentwicklung im Hochschulbereich.

3) Die soziale Grundsicherung muss auch auf der Basis einer nebenberuflichen Tätigkeit gewährleistet werden.

4) Die politisch Verantwortlichen in den Ländern sind gefordert, den Hochschulen die dafür notwendigen Rechte und Mittel zur Verfügung zu stellen.

Wir fordern die Kultusministerkonferenz, die für die Hochschulen zuständigen Ministerien in den Ländern, die kirchlichen und privaten Träger der Hochschulen, die Bundestagsausschüsse „Kultur und Medien“ und „Arbeit und Soziales“ sowie die Bundesregierung auf, sich auf der Grundlage der Empfehlungen der Enquete „Kultur in Deutschland“ mit der Lösung dieses Problems zu befassen.

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DOV-Engagement zahlt sich aus: Mehr Geld für Lehrbeauftragte in NRW

Die stetigen Bemühungen der DOV für die Lehrbeauftragten an Musikhochschulen zahlen sich aus: Mit fast 600.000 Euro werden die Honorare der Lehrbeauftragten an den Kunst- und Musikhochschulen in NRW angehoben. Die Lehrbeauftragten leisten einen großen Teil der Arbeit an den Musikhochschulen, ihre Entlohnung muss daher angemessen erhöht werden.

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Diese Entwicklung ist sehr erfreulich und gutes Vorbild für andere Bundesländer, weil in NRW bereits seit 2012 kontinuierlich Honorarerhöhungen erfolgen. Das Engagement der DOV, die enge Abstimmung mit den Lehrbeauftragten und der durch gezielte öffentliche Aktionen erzeugte Druck ist damit hier besonders erfolgreich. Allerdings: die im Jahr 2015 in NRW angekündigte Tarifanbindung an den öffentlichen Dienst durch Dienstrechtsreform ist immer noch offen. Dafür muss endlich eine Lösung gefunden werden. Ansonsten muss weiterhin jährlich um die berechtigte Honorar-Anpassung gestritten werden.

Link zur Meldung der hochschulpolitischen Sprecherin der Regierungskoalition: http://gruene-fraktion-nrw.de/presse/service/pressemitteilungen/pmdetail/nachricht/seidlbell-land-gibt-deutlich-mehr-geld-fuer-hochschulen-und-forschung-aus.html

Für alle Lehrbeauftragten an Musikhochschulen gilt: Mitglied in der DOV werden. Denn Geschlossenheit wirkt!

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