Berlin: mehr Engagement von den Politikern gefordert

Anlässlich des Hearings über Beschäftigungsbedingungen an den Berliner Hochschulen mit dem Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung Steffen Krach (SPD), das am 25. September stattfindet, hat Tagesspiegel-Autorin Inga Barthels eine Zwischenbilanz zum Stand der Umsetzung der Berliner Hochschulverträge für 2018 bis 2022 vorgelegt. Mehrere Maßnahmen darin sollen die prekäre Situation der Lehrbeauftragten verbessern. Einige werden bisher nicht erfüllt. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage an den Senat hervor, die die Abgeordnete Bettina König (SPD) stellte.

Noch immer die gleichen Forderungen: schon beim Bundesweiten Aktionstag der Lehrbeauftragten am 6. November 2014 verlangten die Betroffenen Verbesserungen c: Christian v. Polentz

Vor allem die Vorgabe, dass Lehraufträge bei „absehbarem Bedarf“ für zwei Semester erteilt werden müssen, um mehr Planungssicherheit zu ermöglichen, wird von den Hochschulen bisher weitgehend ignoriert. Außerdem sollen die Unis für Daueraufgaben auch Dauerstellen schaffen: bis Ende 2020 für mindestens 35 Prozent der Beschäftigten des akademischen Mittelbaus. Hier sieht es besser aus. „Spitzenreiterin ist die FU, die in den letzten zwei Jahren 23 unbefristete Stellen in diesem Bereich geschaffen hat“, schreibt Barthels.

Zum Artikel im Tagesspiegel vom 23.09.2019 gehts hier.

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Prekäre Lehre an Hamburgs Hochschulen

Mehr als 20 Prozent der Lehre an Hamburgs Hochschulen übernehmen prekär beschäftigte Lehrbeauftragte. An der Hochschule für Musik und Theater sind es sogar 30 Prozent. Das geht aus einer Großen Anfrage der Fraktion Die Linke hervor (Drs. 21/17376). Der Senat beruft sich bei seinen Antworten auch auf Auskünfte der Hochschule für Musik und Theater (HfMT).

Im Wintersemester 2018/19 gab es an den Hochschulen und am Uniklinikum Eppendorf insgesamt 2.560 Lehraufträge. Trotz wissenschaftlicher Qualifikation arbeiten die meisten Lehrbeauftragten zu Stundensätzen von 30 bis 60 Euro. Davon gehen noch die vollen Sozialversicherungsbeiträge ab. Vor- und Nachbereitung wird nicht vergütet. Es gibt auch kein Urlaubsgeld oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Martin Dolzer, hochschulpolitischer Sprecher der Fraktion die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert, diese Missstände zu überwinden.

Zur Großen Anfrage gehts hier.

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Tagung: Lehrbeauftragte im Spannungsfeld aktueller Hochschulentwicklungen

Am 17. Mai hat eine Tagung zur Situation der Lehrbeauftragten an Hochschulen stattgefunden. Sie stand unter dem Motto Ohne Arbeitsvertrag und doch unersetzlich für die Lehre. Lehrbeauftragte im Spannungsfeld aktueller Hochschulentwicklungen und fand an der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH Berlin) statt. Veranstalter war das Projekt BwQF – Konzept zur nachhaltigen Förderung der Berufswege und der wissenschaftlichen Qualifizierung von Frauen* an der Hochschule.

Vernetzen sich, um ihren Forderungen noch mehr Gewicht zu verleihen: Lehrbauftragte an Musikhochschulen c Birgit Schmieder

Folgende Leitfragen wurden diskutiert:

Wie wird auf der politischen Ebene die berufliche Lage der Lehrbeauftragten bewertet und diskutiert?
Wie können Lehrbeauftragte sozial angemessen abgesichert werden?
Wie können Forderungen von Lehrbeauftragten mehr politische Wirkung erzielen?

Nach der Begrüßung durch die Rektorin der ASH Berlin, Prof. Dr. Bettina Völter, folgten Vorträge von Prof. Dr. Bernd Käpplinger zur Weiterbildungsforschung über Lehrende an Hochschulen und persönliche Erfahrungen einer Lehrbeauftragten. An der sich anschließenden Podiumsdiskussion Gute Arbeit in der Wissenschaft für Lehrbeauftragte beteiligten sich Berliner Politikerinnen und Politiker von SPD, Linke und Bündnis 90/Die Grünen sowie Vertreterinnen und Vertreter von GEW, ASH Berlin und der AG Lehrbeauftragte der Universität Erfurt.

Nach der Mittagspause wurde in Arbeitsgruppen über soziale Absicherung, Vernetzung, politische Strategien und kollegiale Fallberatung für promovierende Lehrbeauftragte diskutiert. Über die Ergebnisse wurde im Anschluss im Plenum berichtet. Die Tagung wurde von zwei externen Beobachtern begleitet und evaluiert.

Ergebnisse und Forderungen der Tagung waren:

Dauerstellen für Daueraufgaben (Gelder aus dem Hochschulpakt)
Vernetzung der Lehrbeauftragten in den Hochschulen auf Landes- und Bundesebene, aufbauend auf schon existierenden Vernetzungen wie der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) und dem Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss)
Personalvertretung für Lehrbeauftragte
Erhöhung der Lehrauftragsentgelte

Birgit Schmieder

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Lehrbeauftragte in Bayern wehren sich gegen Ausgrenzung per Fragebogen

Rund 900 Lehrbeauftragte arbeiten an den drei Musikhochschulen des Freistaats Bayern. Viele von ihnen unter prekären Bedingungen. Nun verlangen die Hochschulen von den Dozenten, in einer persönlichen Erklärung zu bestätigen, dass sie ihren Lebensunterhalt aus anderen Quellen bestreiten. Für die meisten stimmt das aber gar nicht, denn die Hochschulen setzen die Dozenten inzwischen besonders viel ein – als kostengünstigen Ersatz für Professoren. In einer Umfrage gab mehr als die Hälfte der Befragten an, existenziell von den Lehraufträgen abhängig zu sein.

Wie sich die Betroffenen – auch mit Unterstützung ihrer gewählten Interessenvertreter – dagegen wehren, stellt Jakob Wetzel in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung pointiert dar. Lesenswert!

Bereits im November 2017 streikten  Lehrbeauftragten in München    c Hans-Christian Hauser

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Lehrbeauftragte der Freiburger Musikhochschule fordern Erhalt der Mitsprache im zentralen Hochschulgremium

Die bklm als Vertretung der Lehrbeauftragten hat gefordert, dass die Honorarkräfte an der Freiburger Musikhochschule weiterhin Mitspracherechte im Senat haben. Er ist das zentrale Gremium der Hochschule. Im Juli 2018 hatte der Senat beschlossen, dass ihm künftig keine Lehrbeauftragten mehr angehören sollen. Dabei decken sie circa 25 Prozent der Lehre ab. An der Hochschule arbeiten rund 140 Lehrbeauftragte. Das ist etwa ein Drittel mehr als fest angestelltes Lehrpersonal.

Trotz einer deutlichen Vergrößerung des Senats zum WS 2019/20 wollen Senat und Rektorat den Lehrbeauftragten nun keine der Größe ihrer Gruppe angemessene Mitsprache einräumen.

In einer Stellungnahme forderte die bklm am 11. November die schnelle Rücknahme der Entscheidung. Ansonsten würden diejenigen, die einen Großteil der Lehraufgaben erfüllen, faktisch von jeglicher Mitsprache ausgeschlossen.

 

Die Stellungnahme der bklm können Sie hier herunterladen.

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Bericht von der 9. Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen

Am 27. und 28. Oktober hat sich die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) in der Hochschule für Musik und Theater München getroffen. Der Ort für das 9. bklm-Treffen war bewusst gewählt, denn der Freistaat Bayern verlangt von den Lehrbeauftragten eine Erklärung zur Nebenberuflichkeit des Lehrauftrags. Die bklm setzt sich seit 2011 mit Unterstützung der DOV für die Verbesserung der Situation der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen ein.

Podiumsdiskussion am 27. Oktober: Sind Lehrbeauftragte drittklassige Dozenten? c: bklm

Rechtlich ist wohl nicht zu beanstanden, dass der Freistaat Bayern eine Erklärung zur Nebenberuflichkeit verlangt. Er verkennt aber die Tatsache, dass ein Großteil der Lehrbeauftragten den Lehrauftrag längst als Hauptberuf ausübt. An den bayerischen Musikhochschulen und Musikinstituten der Universitäten werden zwischen 40 und 80 Prozent der Lehre von Lehrbeauftragten erteilt. So viele Nebenberufler gebe es für die gelehrten Fächer überhaupt nicht.

Herzstück der Tagung war eine Podiumsdiskussion zum Thema Lehrbeauftragte – drittklassige Dozenten? Neben der Verschärfung der Vergabe von Lehraufträgen drehte sie sich um die Würde im Arbeitsleben. Zur Würde gehören vor allem Gerechtigkeit und Gleichbehandlung.

Bei beidem kommen die Lehrbeauftragten zu kurz: Sie werden für die Lehrtätigkeit weitaus schlechter vergütet als ihre fest angestellten Kolleginnen und Kollegen, haben keinerlei Bestandsschutz und stehen weitgehend ohne Altersvorsorge da. Angesichts des hohen Anteils der von ihnen erteilten Lehrstunden ist ihre Beteiligung in den Hochschulgremien in keiner Weise adäquat. Leider folgte der Einladung zur Diskussion von Seiten der Politik nur Verena Osgyan von der Bayerischen Landtagsfraktion der Grünen. Das war offenbar der Landtagswahl in Bayern am 14. Oktober geschuldet.

Bei der Tagung wurde außerdem das Sprechergremium der bklm neu gewählt (siehe Blogeintrag vom 31.10.2018). Sprecher wurden Prof. Birgit Schmieder (UdK Berlin) und Arvid Ong (HMTM Hannover), stellvertretende Sprecher wurden Ulrike Höfer (HfM Freiburg), Christiane Neumann (HMT Leipzig), Hannah Stoll (HMT Rostock), Yumiko Yamamoto (HMT München), Prof. Gottfried Engels (HfMT Köln), Hans-Christian Hauser (HMT München) und Hayo Keckeis (FAU Erlangen-Nürnberg).

Zu einem Video von der Podiumsdiskussion gehts hier.

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bklm wählt neuen Sprecherrat

Auf der 9. Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten in München hat die bklm ein neues Führungsgremium gewählt. Arvid Ong (Hannover) wurde als Sprecher bestätigt. Neu gewählt als Sprecherin wurde Birgit Schmieder (Berlin). Die Wahl fand am 28. Oktober statt.

In der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) haben sich Vertreterinnen und Vertreter der 24 Musikhochschulen zusammengeschlossen. Sie setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung der Lehrbeauftragten ein. Die DOV kooperiert mit der bklm. Schmieder ist Mitglied im Gesamtvorstand der DOV.

Als stellvertretende Sprecher wurden gewählt: Ulrike Höfer (Freiburg), Gottfried Engels (Köln), Christiane Neumann (Leipzig), Hannah Stoll (Rostock), Yumiko Yamamoto und Hans Christian Hauser (beide München) sowie Hayo Keckeis (Nürnberg).

Das neue Führungsteam: 1.Reihe von l nach r: Hannah Stoll, Birgit Schmieder, Arvid Ong, 2. Reihe: Christiane Neumann, Hayo Keckeis, Hans-Christian Hauser, Gottfried Engels, Yumiko Yamamoto, Ulrike Höfer

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