Lehrbeauftragte in Bayern wehren sich gegen Ausgrenzung per Fragebogen

Rund 900 Lehrbeauftragte arbeiten an den drei Musikhochschulen des Freistaats Bayern. Viele von ihnen unter prekären Bedingungen. Nun verlangen die Hochschulen von den Dozenten, in einer persönlichen Erklärung zu bestätigen, dass sie ihren Lebensunterhalt aus anderen Quellen bestreiten. Für die meisten stimmt das aber gar nicht, denn die Hochschulen setzen die Dozenten inzwischen besonders viel ein – als kostengünstigen Ersatz für Professoren. In einer Umfrage gab mehr als die Hälfte der Befragten an, existenziell von den Lehraufträgen abhängig zu sein.

Wie sich die Betroffenen – auch mit Unterstützung ihrer gewählten Interessenvertreter – dagegen wehren, stellt Jakob Wetzel in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung pointiert dar. Lesenswert!

Bereits im November 2017 streikten  Lehrbeauftragten in München    c Hans-Christian Hauser

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Lehrbeauftragte der Freiburger Musikhochschule fordern Erhalt der Mitsprache im zentralen Hochschulgremium

Die bklm als Vertretung der Lehrbeauftragten hat gefordert, dass die Honorarkräfte an der Freiburger Musikhochschule weiterhin Mitspracherechte im Senat haben. Er ist das zentrale Gremium der Hochschule. Im Juli 2018 hatte der Senat beschlossen, dass ihm künftig keine Lehrbeauftragten mehr angehören sollen. Dabei decken sie circa 25 Prozent der Lehre ab. An der Hochschule arbeiten rund 140 Lehrbeauftragte. Das ist etwa ein Drittel mehr als fest angestelltes Lehrpersonal.

Trotz einer deutlichen Vergrößerung des Senats zum WS 2019/20 wollen Senat und Rektorat den Lehrbeauftragten nun keine der Größe ihrer Gruppe angemessene Mitsprache einräumen.

In einer Stellungnahme forderte die bklm am 11. November die schnelle Rücknahme der Entscheidung. Ansonsten würden diejenigen, die einen Großteil der Lehraufgaben erfüllen, faktisch von jeglicher Mitsprache ausgeschlossen.

 

Die Stellungnahme der bklm können Sie hier herunterladen.

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Bericht von der 9. Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen

Am 27. und 28. Oktober hat sich die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) in der Hochschule für Musik und Theater München getroffen. Der Ort für das 9. bklm-Treffen war bewusst gewählt, denn der Freistaat Bayern verlangt von den Lehrbeauftragten eine Erklärung zur Nebenberuflichkeit des Lehrauftrags. Die bklm setzt sich seit 2011 mit Unterstützung der DOV für die Verbesserung der Situation der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen ein.

Podiumsdiskussion am 27. Oktober: Sind Lehrbeauftragte drittklassige Dozenten? c: bklm

Rechtlich ist wohl nicht zu beanstanden, dass der Freistaat Bayern eine Erklärung zur Nebenberuflichkeit verlangt. Er verkennt aber die Tatsache, dass ein Großteil der Lehrbeauftragten den Lehrauftrag längst als Hauptberuf ausübt. An den bayerischen Musikhochschulen und Musikinstituten der Universitäten werden zwischen 40 und 80 Prozent der Lehre von Lehrbeauftragten erteilt. So viele Nebenberufler gebe es für die gelehrten Fächer überhaupt nicht.

Herzstück der Tagung war eine Podiumsdiskussion zum Thema Lehrbeauftragte – drittklassige Dozenten? Neben der Verschärfung der Vergabe von Lehraufträgen drehte sie sich um die Würde im Arbeitsleben. Zur Würde gehören vor allem Gerechtigkeit und Gleichbehandlung.

Bei beidem kommen die Lehrbeauftragten zu kurz: Sie werden für die Lehrtätigkeit weitaus schlechter vergütet als ihre fest angestellten Kolleginnen und Kollegen, haben keinerlei Bestandsschutz und stehen weitgehend ohne Altersvorsorge da. Angesichts des hohen Anteils der von ihnen erteilten Lehrstunden ist ihre Beteiligung in den Hochschulgremien in keiner Weise adäquat. Leider folgte der Einladung zur Diskussion von Seiten der Politik nur Verena Osgyan von der Bayerischen Landtagsfraktion der Grünen. Das war offenbar der Landtagswahl in Bayern am 14. Oktober geschuldet.

Bei der Tagung wurde außerdem das Sprechergremium der bklm neu gewählt (siehe Blogeintrag vom 31.10.2018). Sprecher wurden Prof. Birgit Schmieder (UdK Berlin) und Arvid Ong (HMTM Hannover), stellvertretende Sprecher wurden Ulrike Höfer (HfM Freiburg), Christiane Neumann (HMT Leipzig), Hannah Stoll (HMT Rostock), Yumiko Yamamoto (HMT München), Prof. Gottfried Engels (HfMT Köln), Hans-Christian Hauser (HMT München) und Hayo Keckeis (FAU Erlangen-Nürnberg).

Zu einem Video von der Podiumsdiskussion gehts hier.

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bklm wählt neuen Sprecherrat

Auf der 9. Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten in München hat die bklm ein neues Führungsgremium gewählt. Arvid Ong (Hannover) wurde als Sprecher bestätigt. Neu gewählt als Sprecherin wurde Birgit Schmieder (Berlin). Die Wahl fand am 28. Oktober statt.

In der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) haben sich Vertreterinnen und Vertreter der 24 Musikhochschulen zusammengeschlossen. Sie setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung der Lehrbeauftragten ein. Die DOV kooperiert mit der bklm. Schmieder ist Mitglied im Gesamtvorstand der DOV.

Als stellvertretende Sprecher wurden gewählt: Ulrike Höfer (Freiburg), Gottfried Engels (Köln), Christiane Neumann (Leipzig), Hannah Stoll (Rostock), Yumiko Yamamoto und Hans Christian Hauser (beide München) sowie Hayo Keckeis (Nürnberg).

Das neue Führungsteam: 1.Reihe von l nach r: Hannah Stoll, Birgit Schmieder, Arvid Ong, 2. Reihe: Christiane Neumann, Hayo Keckeis, Hans-Christian Hauser, Gottfried Engels, Yumiko Yamamoto, Ulrike Höfer

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bklm traf sich zur 9. Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten in München

Am 27. und 28. Oktober haben sich die Lehrbeauftragten-Vertreter der 24 Musikhochschulen getroffen. Sie sind in der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) zusammengeschlossen und berieten auf ihrer 9. Bundeskonferenz über gemeinsame Strategien beim Einsatz für höhere Honorare und bessere Arbeitsbedingungen. Das Treffen fand in der Musikhochschule München statt. Am 27. Oktober veranstaltete die bklm eine öffentliche Podiumsdiskussion mit Vertretern aus dem Bundestag, aus dem bayerischen Landtag sowie von der Deutschen Orchestervereinigung.


Anlässlich des Treffens gab bklm-Sprecher Arvid Ong dem Bayerischen Rundfunk ein hörenswertes Interview, in dem er mehr Geld für die Musikhochschulen, mehr feste Stellen, höhere Honorare für Lehrbeauftragte und einen Schulterschluss mit den Musikhochschulen fordert.

Hier gehts zum Interview.

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Neue DOV-Arbeitsgruppe Freischaffende und Lehrbeauftragte

Die DOV hat eine neue Arbeitsgruppe für freischaffende Musiker und Lehrbeauftragte an Musikhochschulen. Ihr gehören folgende Mitglieder des Gesamtvorstands an: Prof. Gottfried Engels (Musikhochschule Köln), Judith Hilger (Vokalensemble des SWR, Stuttgart), Frithjof Koch (freischaffender Musiker, Hamburg), Prof. Birgit Schmieder (freischaffende Musikerin, Lehrbeauftragte an der UdK Berlin und der HfMT Hamburg), Steffen Schrank (Bochumer Sinfoniker) und Martin Majewski von der Geschäftsstelle. Zur Vorsitzenden wurde Birgit Schmieder gewählt. Es handelt sich um eine Arbeitsgruppe (AG) des DOV-Gesamtvorstands.

c Dirk Hasskarl

Damit ist die AG breit aufgestellt und wird sich in den kommenden drei Jahren für die Belange der Freien und Lehrbeauftragten einsetzen. Dazu gehört auch die weitere Etablierung der Mindeststandards und fairer Orchesteraushilfssätze. Gemeinsam mit der bklm wollen die AG-Mitglieder die Situation der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen verbessern.

Die AG wird sich mehrmals jährlich treffen. Zu den Sitzungen sollen je nach Thema und Region auch externe Einzelmitglieder eingeladen werden.

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Lehrbeauftragte an der UdK brauchen Klarheit

Die Deutsche Orchestervereinigung begrüßt die Umsetzung der geplanten Honorarerhöhung für Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. „Nun sollten auch die Verantwortlichen an der Universität der Künste schnell Klarheit schaffen“, sagt Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung (DOV).

Lehrbeauftragte beim Bundesweiten Aktionstag im November 2014 vor der Senatswissenschaftsverwaltung in Berlin c Christian von Polentz / transitfoto.de

An der Musikhochschule Hanns Eisler gilt die künftige Mindestvergütung von 35 Euro pro Lehrveranstaltungsstunde nur für Lehrbeauftragte der Entgeltstufe 1. Die bisherigen Stufen 2 und 3 werden zusammengelegt. Lehrbeauftragte, die dort eingestuft sind, erhalten 40 Euro im Studienjahr 2018/19.

An der Universität der Künste ist die Stufeneinteilung noch unklar. Mertens: „Es wäre gut, wenn sich die Verantwortlichen bei der Bemessung der Vergütungssätze und vor allem der Stufeneinteilung am Ergebnis der Musikhochschule Hanns Eisler orientieren, damit die Lehrbeauftragten der beiden Hochschulen in Berlin zu den gleichen Bedingungen arbeiten.“

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